Improvisation

von Martin Sturm

Während die Kunst der Improvisation in allen klassischen Fächern so gut wie tot ist, hat sie in der Welt der Orgelmusik überlebt, nicht zuletzt wegen ihrer Notwendigkeit innerhalb der Liturgie.

Der Aufgabe die Improvisation nicht als formgebundene Imitation von Stilen zu praktizieren, sondern als musikalisch fantasievolle und künstlerisch bedeutende Zeitgestaltung in Gottesdienst und Konzert umzusetzen, hat man sich in Würzburg angenommen. Improvisation ist immer Reaktion: Reaktion auf anrührende Klänge, auf besondere Texte, auf individuelle Momente oder auf Raum und Atmosphäre.

Die Freiheit, die eine Reaktion erst möglich macht, soll erfahren und soweit möglich in den folgend aufgeführten Veranstaltungen vermittelt werden.

 

Professor Christoph Bossert vermittelt seinen Studenten gleichwertig zur Literatur auch die Improvisation. Gewinner des Improvisationswettbewerbes in St.Albans 2013 Martin Sturm hat das studentische Tutorium in den Fächern Improvisation und Liturgisches Orgelspiel inne. Pfarrer Christoph Reinhold Morath und KMD Rainer Gaar gestalten weiteren Einzelunterricht in den Fächern Liturgisches Orgelspiel und Improvisation. Grundlegende Kenntnisse zu Stil, Form, Harmonik, Melodik etc. werden hier vermittelt.

 

Improvisationseminar

Das einmal im Monat stattfindende „Improvisationseminar“, welches aus dem Workshop für Liturgisches Orgelspiel hervorgegangen ist, ermöglicht als studentische Veranstaltung unter der Begleitung von Prof. Christoph Bossert und Pfr. Christoph Reinhold Morath eine tiefere Beschäftigung mit der Liturgie und der daraus resultierenden Inspiration zu Improvisationen. In studentischen Beiträgen, kleineren Arbeitsgruppen und Diskussionen verknüpfen sich die im Einzelunterricht vermittelten Grundlagen am Beispiel der Liturgie in zu eigenem Weiterdenken anregender Weise.

 

Meisterklasse

Die wöchentlich zusammenkommende Meisterklasse vertieft die im Improvisationsseminar begonnenen Themen und sucht und findet durch Prof. Christoph Bossert Wege mit Form, Stil und Klängen freier und bewusster umzugehen.

Vorbilder werden detailliert durchleuchtet und erarbeitet um ein reines Imitieren zu vermeiden und vom Ursprung einer historischen Entwicklung aus Eigenes zu schaffen.

 

Kurse

Kurse, wie die mit Prof. László Fassang und Prof. Christoph Bossert in Budapest durchgeführte Woche zur Orgelimprovisation setzen immer aufs Neue gewichtige Akzente und bereichern so das umfangreiche Angebot.

 

 

Als Instrumente für den Unterricht werden überwiegend die Lenter-Orgel und das Pedalklavier Uebel-Lechleiter genutzt.

 

 

Pedalklavier und Lenter-Orgel
Pedalklavier "Uebel-Lechleiter" mit dem Spieltisch der Lenter-Orgel im Hintergrund. Foto: István Bátori

 



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